Warum Nextcloud? Die eigene Cloud für Ihr Unternehmen
In den letzten Jahren hat sich Cloud-Speicher zum Standard für die Zusammenarbeit in Unternehmen entwickelt. Die meisten greifen dabei zu den großen US-Anbietern: Google Drive, Dropbox, Microsoft OneDrive. Was viele nicht bedenken: Mit diesen Diensten geben Sie die Kontrolle über Ihre Unternehmensdaten ab – an Server in den USA, an Unternehmen, die dem US-amerikanischen Recht unterliegen.
Nextcloud ist die Open-Source-Alternative, die Ihnen die volle Kontrolle zurückgibt. Mit Nextcloud betreiben Sie Ihre eigene Cloud-Infrastruktur – auf einem Server, den Sie kontrollieren, in einem Rechenzentrum, das Sie kennen. Und das Beste: Nextcloud bietet weit mehr als nur Dateispeicherung.
Wir bei fokus it solutions betreiben Nextcloud-Installationen für Unternehmen, Kanzleien, Praxen und Vereine. In diesem Guide erklären wir Ihnen, warum Nextcloud die richtige Wahl für Ihr Unternehmen ist und wie Managed Hosting den Einstieg erleichtert.
Nextcloud vs. Google Drive, Dropbox und OneDrive
Auf den ersten Blick scheinen Google Drive und Dropbox bequem und günstig. Doch bei genauerer Betrachtung zeigen sich deutliche Nachteile – vor allem für Unternehmen in Deutschland.
| Kriterium | Google Drive / Dropbox | Nextcloud (eigener Server) |
|---|---|---|
| Datenhoheit | Anbieter hat Zugriff auf Ihre Daten | Volle Kontrolle bei Ihnen |
| Serverstandort | Meist USA oder Irland | Deutschland (bei uns) |
| DSGVO | Problematisch (US Cloud Act) | Vollständig konform |
| Kosten bei vielen Nutzern | Pro-Nutzer-Lizenz, wird schnell teuer | Fester Preis, unbegrenzte Nutzer |
| Anpassbarkeit | Eingeschränkt | Vollständig anpassbar (Open Source) |
| Abhängigkeit | Vendor Lock-in | Keine Abhängigkeit von einem Anbieter |
| Integration | Google-Ökosystem / Microsoft-Ökosystem | Offene Standards, breite Integration |
Praxisbeispiel: Eine Anwaltskanzlei mit 12 Mitarbeitern zahlte für Google Workspace Business ca. 170 €/Monat – und hatte trotzdem Bedenken wegen der DSGVO. Nach dem Wechsel zu Nextcloud bei uns zahlen sie 59 €/Monat, haben die volle Datenkontrolle und sparen dabei noch Geld.
Das Problem mit US-Cloud-Diensten
Seit dem Schrems-II-Urteil des Europäischen Gerichtshofs im Jahr 2020 ist die Übermittlung personenbezogener Daten in die USA rechtlich problematisch. Der US Cloud Act erlaubt US-Behörden den Zugriff auf Daten von US-Unternehmen – egal wo die Server stehen. Das betrifft Google, Microsoft, Dropbox und alle anderen US-Anbieter.
Zwar gibt es seit 2023 das EU-US Data Privacy Framework als neuen Angemessenheitsbeschluss, aber viele Datenschutzexperten halten diesen für ebenso angreifbar wie die Vorgänger. Wer auf Nummer sicher gehen will, setzt auf eine Cloud-Lösung, bei der die Daten ausschließlich in Deutschland verarbeitet werden.
DSGVO und Datenschutz mit Nextcloud
Die DSGVO stellt hohe Anforderungen an den Umgang mit personenbezogenen Daten. Für Cloud-Speicher bedeutet das konkret:
- Datenverarbeitung in der EU: Personenbezogene Daten dürfen nur in der EU oder in Drittländern mit angemessenem Schutzniveau verarbeitet werden.
- Auftragsverarbeitungsvertrag: Wenn ein Dienstleister Daten in Ihrem Auftrag verarbeitet, brauchen Sie einen AV-Vertrag.
- Technische und organisatorische Maßnahmen: Verschlüsselung, Zugriffskontrolle, Backup-Konzept.
- Auskunfts- und Löschrechte: Sie müssen jederzeit wissen, welche Daten wo gespeichert sind – und sie auf Anfrage löschen können.
Nextcloud erfüllt all diese Anforderungen von Haus aus. Als Open-Source-Software können Sie den Quellcode einsehen und prüfen. Es gibt keine versteckten Telemetrie-Funktionen, keine Datenübermittlung an Dritte. Zusammen mit unserem Hosting auf deutschen Servern und einem AV-Vertrag haben Sie eine vollständig DSGVO-konforme Cloud-Lösung.
Besonders relevant für diese Branchen
DSGVO-konformes Cloud-Hosting ist für alle Unternehmen wichtig, aber besonders kritisch für:
- Anwaltskanzleien: Mandantendaten unterliegen strengem Berufsgeheimnis
- Arzt- und Zahnarztpraxen: Patientendaten sind besonders schützenswert
- Steuerberater: Finanzdaten der Mandanten müssen sicher verwahrt werden
- Personaldienstleister: Bewerberdaten und Personalakten
- Vereine: Mitgliederdaten mit besonderen Kategorien (z.B. Gesundheitsdaten bei Sportvereinen)
Nextcloud Features: Mehr als nur Dateispeicher
Viele denken bei Nextcloud nur an eine Dropbox-Alternative. Tatsächlich ist Nextcloud eine vollständige Kollaborationsplattform, die viele Funktionen vereint, für die Sie sonst mehrere Dienste bräuchten.
Dateien & Synchronisation
Das Herzstück von Nextcloud ist die Dateiverwaltung. Sie können Dateien hochladen, in Ordnern organisieren, teilen und synchronisieren. Der Nextcloud Desktop-Client (verfügbar für Windows, macOS und Linux) synchronisiert ausgewählte Ordner automatisch mit Ihrem Computer – genau wie Dropbox, nur auf Ihrem eigenen Server. Die mobile App (iOS und Android) ermöglicht den Zugriff von unterwegs und kann Fotos automatisch sichern.
Kalender
Nextcloud enthält eine vollwertige Kalender-App, die den CalDAV-Standard unterstützt. Sie können mehrere Kalender erstellen, Termine mit Kollegen teilen, Einladungen versenden und Erinnerungen einrichten. Die Kalender lassen sich mit allen gängigen Clients synchronisieren – Thunderbird, Apple Kalender, Android-Kalender-Apps und sogar Outlook (mit Zusatz-Plugin).
Kontakte
Das integrierte Adressbuch nutzt den CardDAV-Standard und synchronisiert Ihre Kontakte auf alle Geräte. Sie können Kontaktgruppen erstellen, Kontakte importieren und exportieren und sie für Kollegen freigeben.
Nextcloud Office (Collabora)
Mit Nextcloud Office (basierend auf Collabora Online) können Sie Dokumente, Tabellen und Präsentationen direkt im Browser bearbeiten – ohne Microsoft Office oder Google Docs. Mehrere Personen können gleichzeitig an einem Dokument arbeiten. Die Kompatibilität mit Microsoft-Office-Formaten (.docx, .xlsx, .pptx) ist ausgezeichnet.
Talk (Video- und Chat)
Nextcloud Talk ist eine integrierte Lösung für Videokonferenzen, Chat und Bildschirmfreigabe. Sie brauchen kein Zoom, kein Teams, kein Slack – alles läuft auf Ihrem eigenen Server. Für kleine und mittlere Teams ist Talk eine hervorragende und datenschutzkonforme Alternative.
Weitere Apps und Erweiterungen
Nextcloud bietet über seinen App Store hunderte weitere Erweiterungen:
- Deck: Kanban-Board für Projektmanagement (ähnlich Trello)
- Forms: Umfragen und Formulare erstellen (ähnlich Google Forms)
- Bookmarks: Lesezeichen verwalten und teilen
- Notes: Einfache Notizen mit Markdown-Unterstützung
- Mail: E-Mail-Client direkt in Nextcloud
- Maps: Standorte und Routen auf einer Karte
Systemanforderungen für Nextcloud
Nextcloud ist eine PHP-Anwendung, die auf einem Linux-Server mit einem Webserver (Apache oder Nginx) und einer Datenbank (MariaDB oder PostgreSQL) läuft. Die konkreten Anforderungen hängen von der Nutzerzahl und dem gewünschten Funktionsumfang ab.
Empfohlene Hardware
| Nutzerzahl | CPU | RAM | Speicher |
|---|---|---|---|
| 1–10 Nutzer | 2 Kerne | 4 GB | 100 GB SSD |
| 10–50 Nutzer | 4 Kerne | 8 GB | 250 GB SSD |
| 50–200 Nutzer | 8 Kerne | 16 GB | 500 GB+ SSD |
Zusätzlich empfehlen wir für Nextcloud Office (Collabora) mindestens 2 zusätzliche CPU-Kerne und 4 GB RAM, da die Dokumentenverarbeitung ressourcenintensiv ist.
Software-Stack
Unser Nextcloud-Setup basiert auf einem bewährten Software-Stack:
- Betriebssystem: Debian 12 (Bookworm) – stabil und langfristig unterstützt
- Webserver: Apache 2.4 mit mod_php oder PHP-FPM
- PHP: 8.2 oder 8.3 mit allen empfohlenen Modulen
- Datenbank: MariaDB 10.11 mit InnoDB-Optimierung
- Cache: Redis für File Locking und Session Management
- SSL: Let's Encrypt mit automatischer Erneuerung
Managed Hosting vs. Self-hosted: Was ist besser?
Nextcloud ist Open Source – Sie können es theoretisch auf jedem Linux-Server selbst installieren. Warum also Managed Hosting wählen?
Self-hosted: Die Herausforderungen
Wer Nextcloud selbst betreibt, muss sich um folgende Aufgaben kümmern:
- Server-Setup und initiale Konfiguration (Webserver, PHP, Datenbank, Redis)
- Regelmäßige Nextcloud-Updates (alle 4-6 Wochen eine neue Version)
- PHP- und Betriebssystem-Updates
- SSL-Zertifikat-Verwaltung
- Backup-Strategie implementieren und testen
- Monitoring und Fehlerbehebung
- Performance-Optimierung (Caching, Datenbank-Tuning)
- Sicherheitsupdates zeitnah einspielen
Für IT-Profis ist das machbar. Für die meisten Unternehmen – vom Handwerksbetrieb bis zur Anwaltskanzlei – ist es aber weder wirtschaftlich sinnvoll noch wünschenswert, sich mit Server-Administration zu beschäftigen.
Managed Hosting: Was wir für Sie übernehmen
Bei unserem Managed Nextcloud Hosting kümmern wir uns um die gesamte Technik:
- Installation und Konfiguration: Wir richten Ihre Nextcloud-Instanz auf einem optimierten Server ein
- Updates: Nextcloud-Updates, PHP-Updates, Betriebssystem-Patches – alles automatisiert und getestet
- Backups: Tägliche verschlüsselte Backups auf einem separaten Server
- Monitoring: 24/7-Überwachung von Erreichbarkeit und Performance
- SSL: Automatische Zertifikatsverwaltung via Let's Encrypt
- Support: Persönlicher Ansprechpartner bei Fragen und Problemen
- Performance-Optimierung: Redis-Cache, PHP-OPcache, Datenbank-Tuning
Unser Versprechen: Sie kümmern sich um Ihre Arbeit, wir kümmern uns um Ihre Cloud. Kein Terminal, kein SSH, kein Stress mit Updates.
Kosten: Nextcloud Hosting bei fokus hosting
Unser Nextcloud-Hosting-Paket ist transparent und fair kalkuliert:
Nextcloud Managed Hosting – 59 €/Monat
- 250 GB SSD-Speicher – erweiterbar auf Anfrage
- Eigene .de-Domain inklusive (z.B. cloud.ihrname.de)
- SSL-Zertifikat – automatisch via Let's Encrypt
- Tägliche Backups – verschlüsselt, 30 Tage Aufbewahrung
- Unbegrenzte Nutzer – keine Pro-Nutzer-Lizenz
- Nextcloud Office (Collabora) – inklusive
- Persönlicher Support – per E-Mail und Telefon
- AV-Vertrag – DSGVO-konform
- Server-Standort: Deutschland
Im Vergleich: Google Workspace kostet ab 5,75 € pro Nutzer und Monat. Bei 10 Nutzern sind das bereits 57,50 € – ohne die Vorteile der Datenhoheit und DSGVO-Konformität. Bei 20 Nutzern zahlen Sie bei Google 115 €/Monat, bei uns weiterhin 59 €.
Häufig gestellte Fragen zu Nextcloud Hosting
Was kostet Nextcloud Hosting?
Managed Nextcloud Hosting bei fokus hosting kostet 59 € pro Monat. Darin enthalten sind 250 GB Speicher, eine eigene .de-Domain, SSL-Zertifikat, tägliche Backups und persönlicher Support. Es gibt keine versteckten Kosten und keine Pro-Nutzer-Gebühren.
Ist Nextcloud DSGVO-konform?
Ja, Nextcloud ist Open Source und Sie behalten die volle Kontrolle über Ihre Daten. Mit unserem Hosting in deutschen Rechenzentren und einem Auftragsverarbeitungsvertrag ist Ihre Nextcloud vollständig DSGVO-konform. Das ist ein entscheidender Vorteil gegenüber US-Cloud-Diensten.
Kann Nextcloud Google Drive ersetzen?
Ja, und zwar vollständig. Nextcloud bietet Dateisynchronisation, Kalender, Kontakte, Online-Office (über Collabora), Videokonferenzen (Talk), Aufgabenverwaltung (Deck) und vieles mehr. Für die meisten Unternehmen deckt Nextcloud alle Funktionen ab, die sie bisher über Google oder Microsoft bezogen haben.
Wie viele Nutzer kann ich anlegen?
Bei unserem Managed Hosting gibt es keine Begrenzung der Nutzeranzahl. Unser Standardpaket ist für 20-50 Nutzer ausgelegt. Bei größeren Teams passen wir die Server-Ressourcen an – sprechen Sie uns einfach an.
Kann ich von Google Drive/Dropbox zu Nextcloud umziehen?
Ja, wir unterstützen Sie beim Umzug. Dateien lassen sich aus Google Drive, Dropbox und OneDrive exportieren und in Nextcloud importieren. Kalender und Kontakte können über Standard-Formate (iCal, vCard) migriert werden. Den technischen Part übernehmen wir.
Gibt es eine mobile App?
Ja, Nextcloud bietet kostenlose Apps für iOS und Android. Darüber hinaus gibt es Desktop-Clients für Windows, macOS und Linux, die Ihre Dateien automatisch synchronisieren. Die Einrichtung der Clients ist einfach und wir helfen Ihnen gerne dabei.