Ein WordPress-Backup ist Ihre Versicherung gegen Datenverlust. Ob Hackerangriff, fehlerhaftes Plugin-Update, versehentlich gelöschte Inhalte oder ein Server-Ausfall – ohne ein aktuelles Backup kann Ihre gesamte Website unwiederbringlich verloren gehen. In diesem umfassenden Ratgeber zeigen wir Ihnen bei fokus it solutions alle Methoden zur WordPress-Datensicherung: von einfachen Plugin-Lösungen bis zu professionellen serverseitigen Strategien.

Warum WordPress-Backups unverzichtbar sind

Viele Website-Betreiber unterschätzen die Bedeutung regelmäßiger Backups – bis es zu spät ist. Die häufigsten Gründe für Datenverlust bei WordPress sind:

Faustregel: Ein Backup, das Sie nicht testen, ist kein Backup. Stellen Sie regelmäßig sicher, dass Ihre Backups funktionieren und sich wiederherstellen lassen.

Was gehört in ein WordPress-Backup?

Ein vollständiges WordPress-Backup besteht aus zwei Komponenten, die beide gesichert werden müssen:

1. Die Datenbank

Die MySQL-/MariaDB-Datenbank enthält alle dynamischen Inhalte: Beiträge, Seiten, Kommentare, Benutzer, Einstellungen und Plugin-Konfigurationen. Sie ist das Herzstück Ihrer WordPress-Installation.

2. Die Dateien

Die WordPress-Dateien umfassen den Core, Themes, Plugins und vor allem den wp-content-Ordner mit Ihren hochgeladenen Medien (Bilder, PDFs, Videos). Besonders der Upload-Ordner ist unwiederbringlich, wenn er verloren geht.

KomponenteInhaltTypische GrößeBackup-Häufigkeit
DatenbankTexte, Einstellungen, Benutzer10–500 MBTäglich
wp-content/uploadsBilder, PDFs, Videos500 MB – 10 GB+Wöchentlich
wp-content/themesTheme-Dateien, Anpassungen5–50 MBWöchentlich
wp-content/pluginsPlugin-Dateien50–500 MBWöchentlich
wp-config.phpKonfiguration, DB-Zugangsdaten<1 MBBei Änderungen

Methode 1: Backup mit UpdraftPlus

UpdraftPlus ist das beliebteste WordPress-Backup-Plugin mit über 3 Millionen aktiven Installationen. Die kostenlose Version bietet bereits alles, was die meisten Websites benötigen.

Installation und Einrichtung

  1. Installieren Sie UpdraftPlus über „Plugins → Installieren" im WordPress-Dashboard
  2. Navigieren Sie zu „Einstellungen → UpdraftPlus Backups"
  3. Wählen Sie unter „Einstellungen" einen Zeitplan: Datenbank täglich, Dateien wöchentlich
  4. Wählen Sie einen externen Speicher: Google Drive, Dropbox, Amazon S3 oder ein anderes Ziel
  5. Authentifizieren Sie den Zugang zu Ihrem Cloud-Speicher
  6. Legen Sie fest, wie viele Backups aufbewahrt werden sollen (empfohlen: mindestens 5)
  7. Speichern Sie die Einstellungen

Backup manuell auslösen

Klicken Sie auf „Jetzt sichern", um sofort ein Backup zu erstellen. Dies empfiehlt sich besonders vor Updates oder größeren Änderungen an Ihrer Website.

Wiederherstellung mit UpdraftPlus

Die Wiederherstellung ist denkbar einfach: Wählen Sie unter „Vorhandene Sicherungen" das gewünschte Backup aus und klicken Sie auf „Wiederherstellen". Sie können auswählen, welche Komponenten (Datenbank, Plugins, Themes, Uploads) wiederhergestellt werden sollen.

Methode 2: Backup mit BackWPup

BackWPup ist eine leistungsstarke Alternative, die besonders bei erfahrenen Nutzern beliebt ist. Es bietet mehr Konfigurationsmöglichkeiten und kann Backups in verschiedenen Formaten erstellen.

Vorteile von BackWPup

BackWPup einrichten

Nach der Installation erstellen Sie unter „BackWPup → Neuer Auftrag" einen Backup-Job. Wählen Sie die zu sichernden Elemente, den Zeitplan und das Speicherziel. BackWPup unterstützt neben Cloud-Diensten auch FTP/SFTP-Server als Backup-Ziel.

Methode 3: Manuelles Backup

Ein manuelles Backup erfordert mehr Aufwand, gibt Ihnen aber die volle Kontrolle. Diese Methode ist besonders nützlich, wenn Plugins nicht funktionieren oder Sie ein Backup vor einer Migration erstellen möchten.

Datenbank manuell sichern

Exportieren Sie die Datenbank über phpMyAdmin (verfügbar bei den meisten Hosting-Providern) oder per Kommandozeile:

mysqldump -u benutzername -p datenbankname > backup_$(date +%Y%m%d).sql

Dateien manuell sichern

Verbinden Sie sich per FTP oder SFTP mit Ihrem Server und laden Sie den gesamten WordPress-Ordner herunter. Mindestens sollten Sie den wp-content-Ordner und die wp-config.php sichern.

Methode 4: Serverseitige Backups

Wenn Sie WordPress auf einem eigenen VPS betreiben, können Sie leistungsstarke serverseitige Backup-Lösungen einsetzen, die unabhängig von WordPress arbeiten.

Cron-basierte Backups

Erstellen Sie ein Backup-Script, das automatisch per Cron ausgeführt wird:

#!/bin/bash
BACKUP_DIR="/backup/wordpress"
DATE=$(date +%Y%m%d)
mysqldump wordpress | gzip > $BACKUP_DIR/db-$DATE.sql.gz
tar czf $BACKUP_DIR/files-$DATE.tar.gz /var/www/wordpress/wp-content
find $BACKUP_DIR -mtime +30 -delete

Dieses Script erstellt täglich ein Datenbank-Backup und ein Backup des wp-content-Ordners und löscht Backups, die älter als 30 Tage sind.

Snapshot-basierte Backups

Viele VPS-Provider bieten Server-Snapshots an, die den gesamten Server in seinem aktuellen Zustand sichern. Dies ist besonders vor größeren Änderungen nützlich, ersetzt aber kein regelmäßiges Backup-Konzept.

Offsite-Backup: Warum externer Speicher Pflicht ist

Ein Backup auf demselben Server wie Ihre Website ist nur ein halbes Backup. Wenn der Server ausfällt oder kompromittiert wird, sind Ihre Daten und Backups gleichermaßen betroffen. Speichern Sie Ihre Backups daher immer zusätzlich extern:

Die 3-2-1-Regel: Halten Sie mindestens 3 Kopien Ihrer Daten auf 2 verschiedenen Medien, davon 1 an einem externen Standort.

Der optimale Backup-Zeitplan

Der richtige Backup-Rhythmus hängt davon ab, wie häufig sich Ihre Website ändert:

Website-TypDatenbank-BackupDatei-BackupAufbewahrung
Blog (wöchentliche Posts)TäglichWöchentlich30 Tage
UnternehmenswebsiteTäglichWöchentlich30 Tage
Online-ShopStündlichTäglich90 Tage
Community/ForumStündlichTäglich60 Tage
Nachrichten-PortalEchtzeitTäglich90 Tage

WordPress-Backup wiederherstellen: Schritt für Schritt

Im Ernstfall zählt jede Minute. Bereiten Sie sich vor, indem Sie den Wiederherstellungsprozess mindestens einmal durchspielen:

Wiederherstellung per Plugin

  1. Loggen Sie sich im WordPress-Dashboard ein (falls möglich)
  2. Navigieren Sie zum Backup-Plugin (z. B. UpdraftPlus)
  3. Wählen Sie das gewünschte Backup aus
  4. Klicken Sie auf „Wiederherstellen" und wählen Sie die Komponenten
  5. Warten Sie den Prozess ab und prüfen Sie die Website

Manuelle Wiederherstellung

  1. Laden Sie die gesicherten Dateien per FTP auf den Server
  2. Importieren Sie die Datenbank über phpMyAdmin oder per Kommandozeile
  3. Passen Sie bei Bedarf die wp-config.php an (Datenbankzugangsdaten)
  4. Leeren Sie den Cache und prüfen Sie die Website gründlich

Backup-Plugins im Vergleich

FeatureUpdraftPlus (Free)BackWPup (Free)Duplicator (Free)
Automatische Zeitpläne
Cloud-Speicher✅ (1 Ziel)✅ (1 Ziel)
1-Klick-Wiederherstellung❌ (nur Pro)
Migration✅ (Pro)
Inkrementelle Backups✅ (Pro)
Aktive Installationen3 Mio.+700.000+1,5 Mio.+

Backup bei fokus hosting: Automatisch und sicher

Bei unserem Managed WordPress Hosting sind tägliche Backups standardmäßig enthalten. Wir sichern Ihre Website automatisch und bewahren die Backups für mindestens 30 Tage auf. Die Wiederherstellung erfolgt auf Anfrage oder per Self-Service im Kundenpanel.

Dennoch empfehlen wir, zusätzlich eigene Backups zu erstellen – doppelte Sicherheit schadet nie. Lesen Sie auch unser WordPress Tutorial für weitere Tipps zum professionellen Betrieb Ihrer Website.

Häufig gestellte Fragen

Wie oft sollte ich ein WordPress-Backup erstellen?

Für aktive Websites empfehlen wir tägliche Datenbank-Backups und wöchentliche Komplett-Backups. Bei Online-Shops oder stark frequentierten Seiten sind sogar stündliche oder Echtzeit-Backups sinnvoll.

Welches Backup-Plugin ist das beste für WordPress?

UpdraftPlus ist unsere Top-Empfehlung: Es ist zuverlässig, einfach zu bedienen und bietet in der kostenlosen Version bereits automatische Zeitpläne und Cloud-Speicher-Anbindung. Für Entwickler ist BackWPup eine gute Alternative.

Wo sollte ich meine WordPress-Backups speichern?

Speichern Sie Backups immer extern – nicht nur auf dem gleichen Server. Empfehlenswert sind Cloud-Dienste wie Google Drive, Dropbox oder Amazon S3 sowie ein separater FTP-Server.

Wie stelle ich ein WordPress-Backup wieder her?

Mit UpdraftPlus geht die Wiederherstellung per Klick im WordPress-Dashboard. Alternativ können Sie die Dateien manuell per FTP hochladen und die Datenbank über phpMyAdmin importieren.

Reicht das Backup meines Hosting-Anbieters aus?

Hosting-Backups sind eine gute Grundlage, sollten aber nicht Ihre einzige Sicherung sein. Erstellen Sie immer zusätzlich eigene Backups, die Sie selbst kontrollieren und extern speichern.